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Der Spielenbusch - ein Siek in Volmerdingsen

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Der Spielenbusch (eigentlich „Spielbusch“) ist ein Waldstück im Osten Volmerdingsens. Der Spielenbusch ist jahrhundertelang zur Brennholzgewinnung genutzt worden, ebenso wie die Waldstücke im Wiehengebirge. Dadurch ist eine einmalige ökologische Struktur entstanden, weil große Bäume eher die Ausnahme waren.


Seit den 1970er Jahren hat die Brennholzgewinnung praktisch keine Rolle mehr gespielt und die Waldstruktur hat sich verändert. Inzwischen stehen im Spielenbusch kapitale Buchen- und Eichenstämme. Leider sind die nicht zur Wertholzgewinnung geeignet.


Die Wiesen auf der Ostseite des Spielenbuschs (die "Fesselwiesen“) liegen neben dem Bach (der „Volmser Bieke“).

Weil der Untergrund sehr tonig ist, sind die Wiesen sehr anfällig für Staunässe. Im Winter sind sie häufig überschwemmt von Regenwasser, das nicht ablaufen kann.

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Die Wiesen waren bis 2016 an einen Schäfer verpachtet. Seit dem arbeiten wir daran, die Wiesen für die Rinderhaltung vorzubereiten.


Das Projekt „Zaunbau“ ist im April 2017 gestartet. Währenddessen haben wir die Wiesen ständig gemäht, um den Grasbestand zu verbessern, die Grasnarbe dichter werden zu lassen und hochwertige Futtergräser zu fördern.

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Die Fesselwiesen (op Platt: Feissel Wisk) sind nach dem Freiherrn von Fessel benannt, der in alten Zeiten auf der Ackerfläche oberhalb der Wiesen sein Herrenhaus hatte.


Um die Fläche mit dem ehemaligen Herrenhaus rankt sich eine Sage: die Spielenbuschsage.

Von meinem Onkel Heinz wurde sie mir so erzählt:

Zum Jahreswechsel wenn ein Jahrhundert zu Ende geht können drei Männer, die am gleichen Tag geboren sind und gleiche Vornamen haben, um kurz vor Mitternacht auf der Fläche des ehemaligen Herrenhauses nach dem Schatz derer von Fessel graben. Dabei darf kein Wort gesprochen werden!

Eines Nachts zum Jahrhundertsylvester haben sich drei gleichnamige Männer, die am gleichen Tage geboren sind auf der Fläche zur Schautzsuche verabredet. Schweigend begannen sie zu graben und nach kurzer Zeit erschien eine Schweineschnauze, die sagte: „dieses ist eine Schweineschnauze, dieses ist eine Schweineschnauze….“. Nach einer gewissen Zeit ging die Schweineschnauze, die immer sagte „dieses ist eine Schweineschnauze“, einem derKameraden so auf die Nerven, dass dieser mit seinem Spaten ausholte und auf die Schweineschnauze einschlug mit den Worten „… und dieses ist eine Grabeschippe!“. Weil das Schweigen nun gebrochen war, war in diesem Augenblick der Spuk vorbei.


Was heute allerdings noch sicher zu sehen ist, sind die Grundrisse des alten Herrenhauses, die sich auf Luftaufnahmen der Fläche manchmal an der Vegetationsstruktur noch erkennen lassen.

Außerdem geht bei der Bodenbearbeitung häufiger mal ein Sicherungsbolzen zu Bruch, weil man mit dem Pflug auf einen Fundamentstein gestoßen ist.

Die Fundamentsteine wachsen nach wie vor immer noch aus der Erde heraus und liegen häufig dicht unter der Oberfläche.

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Links und unten im Bild ist die Fläche „Scheiben Kamp“ (auf hochdeutsch: schiefes Feld) zu sehen, die oberhalb der Fesselwiese liegt.

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Die Wiesen werden regelmäßig im Sommer mehrfach gemäht und der Aufwuchs zu Heu als Winterfutter für die Rinder verarbeitet.


Daher ist es enorm wichtig, dass die Wiesen nicht durch Hundekot verschmutzt werden.


Die Verunreinigungen im Futter können zu schweren Erkrankungen bei Rindern führen.

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Heu ist das naturbelassenste Futter, was man Tieren im Winter anbieten kann. Es ist nährstoffreich, strukturreich (enthält viele Fasern und unterstützt damit die Pansentätigkeit bei Wiederkäuern).


Damit das Heu gut konserviert ist, muss es absolut trocken gepresst werden. Damit behält es seine wertvollen Inhaltsstoffe und verdirbt nicht durch Schimmel oder Fäulnis…


… und nur dann schmeckt es den Tieren!

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Die Rinder bekommen das Futter auf dem Futtertisch im Weideunterstand vorgelegt.


Damit ist das lose Heu gut vor Regen und Bodenfeuchte geschützt und behält auch für die Dauer der Fütterung seine Qualität und seinen Geschmack.

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